Der Weg ans Technische Gymnasium lohnt sich – aktive und ehemalige Schülerinnen und Schüler verraten, warum.

Der Weg ans Technische Gymnasium lohnt sich – aktive und ehemalige Schülerinnen und Schüler verraten, warum.

Statistisch schlagen immer weniger Schüler den Weg an ein berufliches Gymnasium ein. Auf der anderen Seite hört man von allgemeinen Gymnasien immer wieder, dass das Abitur an beruflichen Gymnasien einfacher wäre und einem geschenkt würde. Wir haben unsere Schule einmal genauer betrachtet und einige aktuelle und ehemalige Schüler des Technischen Gymnasiums der Gottlieb-Daimler-Schule 1 dazu befragt. Sie sollten uns sagen, warum sie sich für das GDS 1-TG entschieden haben, und über ihre Erfahrungen berichten.

Berufliche Schulen unterscheiden sich von allgemeinbildenden Gymnasien vor allem in der Profilausrichtung. So gibt es sozialwissenschaftliche, ernährungswissenschaftliche oder auch technische Gymnasien, wie das GDS 1-TG. An der GDS 1 kann man sich dabei auf Technologie und Management (TuM), Informationstechnik (IT), Gestaltungs- und Medientechnik (GMT) oder Mechatronik spezialisieren. Neben der Chance für Real- oder Werkrealschüler hier ihr Abitur zu erlangen, ist diese Profilierung ein Grund für viele Schüler – auch von Gymnasien, die GDS 1 anzusteuern. Samuel und Vincent aus der TuM-Klasse, die im kommenden Schuljahr ihr Abitur machen, sind dafür ein gutes Beispiel. Für Samuel ist das Ziel klar: „Ich möchte später einen Beruf im technischen Bereich und habe daher lieber mehr Technik- als Fremdsprachen- oder Sportunterricht.“ Auch für Vincent war der Wechsel vom allgemeinen Gymnasium an die GDS 1 klar: „Meine Brüder waren bereits an einem beruflichen Gymnasium und ich fand vor allem TuM als Profilfach super. Ich interessiere mich für Technik, habe nun aber auch BWL und kann mir fürs Studium aussuchen, was mir mehr liegt.“
Dass es hier einfacher sei, können beide nur verneinen. Gerade in Mathematik seien die Anforderungen sehr hoch und der Inhalt gehe über die Inhalte des allgemeinen Gymnasiums hinaus.
Auch Tatjana, die bereits in diesem Schuljahr ihr Abitur im IT-Bereich schreiben wird, kann bestätigen, dass das Niveau hoch ist. Sie kommt von der Realschule und sei dort ohne viel zu lernen sehr gut durchgekommen: „Jetzt geht das aber nicht mehr. Von uns wird deutlich mehr erwartet.“
Was alle drei schätzen, ist die Arbeitsatmosphäre. Es sei deutlich ruhiger in den Klassen. Sie waren außerdem vom Umgang der Lehrer mit den Schülern überrascht. Vincent und Tatjana ist aufgefallen, dass die Lehrer viel wertschätzender auf Schüler zugehen. Sie seien zwar fordernd, aber sie fördern auch, wo sie nur können und nehmen einen ernst. Samuel ergänzt, was er an den individuellen Fördermöglichkeiten an der GDS 1 super findet: „Zwar ist Mathe hier schwerer, aber mit der Hilfe hier bin ich jetzt besser als meine Kumpels, die noch an der alten Schule sind.“ Auch Tatjana kann das nur bejahen: „Es gibt hier super Zusatzangebote, wenn man Förderung braucht. Auch die Lehrer an der GDS 1 sind echt super, wenn sie um Hilfe bittet.“ Nach dem Abitur plane sie ein Auslandspraktikum und ihr Englischlehrer versucht derzeit, ihr eine Stelle in Irland bei Bekannten zu vermitteln.
Nicht viel anders kann Philippa auf ihre Zeit am TG zurückblicken. Sie ist nach ihrem Abitur 2013 mit dem Profilfach Technik mittlerweile bei der Daimler AG untergekommen, aber an das Engagement der Lehrer kann sie sich noch erinnern. Sehr beeindruckt war sie überdies vom Werkstattunterricht: „Dass man etwas Handwerkliches machen kann, hat einen super an die Praxis herangeführt. Es hatte zudem einen weiteren Vorteil: Ich musste für mein Studium kein Pflichtpraktikum mehr absolvieren, da der Unterricht angerechnet wurde.“ Philippa konnte so deutlich einfacher in ihr Maschinenbaustudium an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen starten.
Darüber hinaus gefiel ihr, dass sie für ihr Studium die meisten Grundlagen in Technik, technischem Zeichnen oder Mathematik bereits in der Schule behandelt hatte. Auf jeden Fall habe sie der Unterricht weitergebracht als der an allgemeinen Gymnasien. Sie bestand im Gegensatz zu vielen ihrer Kommilitonen das Grundstudium ohne Probleme. Von 140 Studenten schafften es die meisten nicht über zwei Semestern hinaus und Philippa blieb als eine von 30 Studenten übrig.
Ähnliche Erfahrungen hat Aygün während seines Studiums gemacht. Er studiert nach seinem Abitur 2016 Medienwirtschaft an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Er kann berichten, dass „die Inhalte von VWL und besonders von BWL vom TG mir immer wieder im Studium helfen. Sei es im ersten Semester oder im vierten Semester, es kommen immer wieder Inhalte vor, die ich bereits in der Schule hatte.“ Aber auch beim Schulleben kann Aygün den anderen nur zustimmen. Ohne seine Lehrer wäre es unmöglich gewesen, einen so guten Abiturschnitt im Einserbereich hinzubekommen. Wenn man etwas nicht verstanden hatte, wurde es nochmals erklärt und auf die Klausuren wurde man ebenso gut vorbereitet.
Gerade Aygün und Philippa können daher allen, die einen Beruf im technischen oder im betriebswirtschlichen Bereich studieren wollen, nur empfehlen, an ein technisches Gymnasium zu wechseln.
Das scheinen im Einzugsbereich der GDS 1 viele Interessenten bemerkt zu haben. Seit Jahren sind die Anmeldezahlen am GDS 1-TG stabil und alljährlich müssen Schüler abgewiesen werden, da die Klassen ihr Maximum immer wieder aufs Neue erreichen. Dass es am Niveau liegt, kann man zumindest an der GDS 1 nicht bestätigen. Wohl eher die berufliche Perspektive ist in der heutigen Zeit ein nicht zu verachtender Pluspunkt.

Christopher Humke

Gottlieb-Daimler-Schule 1

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